Ministerin Verlinden ergreift die Initiative einer Taskforce für eine strengere Politik bezüglich Aggression gegen Pflegeanbieter

Aggression gegen Pflegeanbieter ist nach wie vor ein bedeutendes Problem. Um Pflegeanbieter besser zu schützen und das Vorgehen gegen Gewalt und Belästigung weiter zu verstärken, ergreift Justizministerin Annelies Verlinden zusammen mit ihren Kollegen Frank Vandenbroucke (Volksgesundheit) und Bernard Quintin (Inneres) die Initiative, eine föderale Taskforce zum Thema 'Prävention von und Vorgehen gegen Aggression gegen Pflegeanbieter' ins Leben zu rufen. 

Angehörige der Gesundheitsberufe können in unterschiedlichen Pflegekontexten auf verbales, physisches oder psychologisches grenzüberschreitendes Verhalten treffen. Fast 80 % der in einer VIAS-Umfrage befragten Feuerwehrleute, Sanitäter und anderen Ersthelfer gaben an, im vergangenen Jahr Opfer verbaler Aggression geworden zu sein. In Krankenhäusern waren es sogar fast 90 %.

„Als Gesellschaft dürfen wir niemals akzeptieren, dass Menschen, die sich jeden Tag für andere einsetzen, gerade wegen dieser gesellschaftlichen Rolle Opfer von Aggression oder Gewalt werden“, betont Ministerin Verlinden. „Pflegeanbieter sind oft in besonders verletzlichen und emotional aufgeladenen Situationen für uns alle da und sollten in der Lage sein, ihre Arbeit unter sicheren Bedingungen zu verrichten.“

Input aus dem Arbeitsfeld

In Belgien gibt es mehrere Initiativen zur Prävention, Sensibilisierung und Unterstützung bei Aggressionsvorfällen im Gesundheitswesen. Gleichzeitig ist das Vorgehen je nach Sektor und Kontext sehr unterschiedlich, und ist ein übergreifender Konsultationsrahmen erforderlich, in dem Erfahrungen, Engpässe und Schwerpunkte aus dem Gesundheitswesen zusammengeführt werden können. 

Mit der Gründung der föderalen Taskforce schaffen Ministerin Verlinden, Minister Vandenbroucke und Minister Quintin ein strukturiertes Forum, um diese politische Vorbereitung zu unterstützen. Die Taskforce bringt Vertreter des Gesundheitswesens zusammen und hat das Ziel, relevanten Input aus dem Arbeitsfeld zu sammeln und zu erklären, im Hinblick auf weitere politische Überlegungen innerhalb der bestehenden Zuständigkeiten und Rechtsrahmen.

Ministerin Verlinden: „Vonseiten der Justiz stärken wir den rechtlichen Schutz von Pflegeanbieter, unter anderem durch das neue Strafgesetzbuch, das strenger und deutlicher an Gewalt gegen Pflegeanbieter herangeht. Gleichzeitig prüfen wir, wie wir auch ihre personenbezogenen Daten besser schützen können, wobei die Grundrechte in unserem Rechtsstaat gewahrt bleiben.“

Prävention und Unterstützung

Dr. Pascal Vranckx sitzt der Taskforce vor. Im Rahmen der Arbeiten wird unter anderem der Begriffsbestimmung von Aggression, präventive Ansätze und Unterstützung von Pflegeanbieter, die mit Aggression konfrontiert werden, besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Diese Taskforce kann sich mit verschiedenen Problembereichen befassen, z. B. Prävention, Melde- und Überwachungsmechanismen und Unterstützung der Opfer. Bestehende oder potenzielle Instrumente wie Bodycams oder Alarmknöpfe können ebenfalls diskutiert werden, ohne politischen Entscheidungen vorzugreifen.

Die Sitzung vom 19. Mai markiert den Beginn dieses Konsultationsprozesses.